Erfahrungsaustausch zum Thema "Frühgeborene in der Schule"

mit der Leiterin des RZI Niedersachsen - Landesschulbehörde am 2. November 2019

Zu einem besonderen Erfahrungsaustausch wurden von unserer Seite Frühcheneltern, Erzieher*innen, Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen des Jugendamtes etc. eingeladen. Mit dabei war die Leiterin des RZI Niedersachsen - Landesschulbehörde.

Mit wenigen Worten erklärte unsere Vorsitzende die Besonderheiten von zu früh geborenen Kindern nach der Geburt, nach der Klinikentlassung, in der Krippe / Kindergarten und in der Schule.

Pädagogische Mitarbeiter*innen aus dem Kindergarten sowie aus der Schule erläuterten ihre Erfahrungen mit Frühchen. Die anwesenden Eltern von Frühgeborenen berichteten von ihren Erfahrungen aus dem Schulalltag. Auch die täglichen Herausforderungen der Landesschulbehörde, des Kultusministeriums waren neben der Schulpolitik Götitingen, immer wieder ein Thema.

Wir danken allen Teilnehmer*innen dieser Veranstaltung! In unserer Elternarbeit werden wir in Zukunft dieses Thema immer wieder aufgreifen.

Bei Konfllikten und Problemen, die mit der Schule nicht zu lösen sind, steht die Landesschulbehörde gerne beratend und zur Unterstützung zur Verfügung!

Zum Hintergrund:

Frühgeborene Kinder können an verschiedenen Stellen des Lernprozesses Schwächen aufweisen. Dies gilt unabhängig von der Intelligenz eines Kindes. Warum dies so ist, wird aus ihrer "Vorgeschichte" deutlich.

Vor allem im Gehirn laufen in den letzten Wochen einer regulären Schwangerschaft noch wichtige Vernetzungs- und Reifungsprozesse ab. Durch eine zu frühe Geburt müssen diese Entwicklungsschritte nun außerhalb des Mutterleibs, auf der Intensivstation ablaufen - unter Licht-, Lärm, Schmerz- und Stresserlebnissen. Das Frühchen muss zudem atmen, verdauen und seine Körpertemperatur halten, während ein Ungeborenes zur selben Zeit seine gesamte Energie zur Entwicklung der Organe und des Gehirns "verwendet". Weitere Gefährdungen gehen von der Unreife der Organe oder des Gefäßsystems aus.

Jedes 10. Kind kommt zu früh auf die Welt - Tendenz steigend. Diese Kinder sind weder "alle behindert", noch hat sich die Frühgeburtlichkeit bis zum Schulalter "ausgewachsen". Bei nicht wenigen zu früh geborenen Kindern, die sich bis zum Schuleintritt kognitiv scheinbar unauffällig entwickelt haben, können sich allerdings im Laufe der Schuljahre bestimmte Schwächen, bzw. Problembereiche zeigen, die ihren Ursprung in der ersten schwierigen Entwicklungszeit haben und die erst unter den Anforderungen des schulischen Lernens erkennbar werden.