Linus

Geburtstag:                              29.08.2006
SSW + Gewicht:                      27. SSW , 880g
Dauer des KH-Aufenthaltes:     11 Wochen
Anlass der Frühgeburt:          Tiefsitzende Plazenta und in der 25. SSW Blasensprung.

Linus ist das dritte von 4 Kindern,

Wichtige Eckpunkte währende des Krankenhaus-Aufenthaltes:
Linus war ein „nacktes Vögelchen“, kleiner als die Puppe seiner großen Schwester. Schnell wurde er nur noch teilbeatmet. Mit Nahrungsaufnahme und Darmentleerung hatte er keine Probleme. Nach einer Woche hatte er eine Bluttransfusion bekommen, da er immer wieder Atemaussetzer hatte.
Bei einer Untersuchung wurde festgestellt, dass er während der SSW eine Hirnblutung Grad I hatte, die hatte aber keine Auswirkung. Netzhautablösung Grad II und auch das Loch im Herz erledigten sich im ersten Lebensjahr von allein.
Nachdem ich als Mutter entlassen war, hieß es jonglieren: Morgens Klinik, wenn die beiden Großen im Kindergarten waren und nachmittags dann zu Hause sein. Das Gefühl, immer einen der Kinder zurückzulassen, war ganz schlimm. Zu dem Zeitpunkt durften die Geschwister auch nur durch die Glasscheibe gucken.
Nach 11 Wochen Klinikaufenthalt konnten wir Linus endlich mit nach Hause nehmen.

Entwicklung im ersten Lebensjahr und weitere Entwicklung
Linus war immer sehr anfällig für sämtliche Atemwegserkrankungen.
Während der ersten zwei Jahre bekam er Krankengymnastik, so dass er sich auf den Bauch drehen, sitzen, krabbeln und dann auch mit fast 1 ¾ Jahren laufen konnte.
Damit er gut hören und sprechen lernen konnte, musste er mehrere Operationen über sich ergehen lassen.
Frühförderung bis Kindergartenbeginn
große Trennungsängste

Kindergarten:
integratives Kind. Er bekam im Kindergarten Ergotherapie und auch Logopädie.

Grundschule: 
ein Jahr von der Schulpflicht zurückgestellt
Einschulung in eine Regel-Grundschule zu Beginn mit einem Einzelfallhelfer an seiner Seite
Anfang der 2. Klasse Feststellung Legasthenie (Lese- und Rechtschreibschwäche)
auditive Wahrnehmungsstörung verwuchs sich schnell
Überforderung mit dem tägl. Schulalltag, welches sich zu Hause äußerte

weiterführende Schule:
Gesamtschule - im Vordergrund steht, die Stärken der Kinder zu fördern und mit sanften Methoden an den Schwächen zu arbeiten
Die Schule geht mit den Besonderheiten gut um, so dass für Linus der Schulalltag gut zu meistern ist

Therapien und Fördermaßnahmen:
Krankengymnastik kurz nach Entlassung aus der Klinik bis er Laufen konnte
Frühförderung bis Beginn Kindergarten
Logopädie von 3 bis 11 Jahren
Ergotherapie von 3 bis 10 Jahren
Psychologe 3 bis 6 Jahren
Verhaltenstherapie 8 Jahre
tiefenpsychologische Therapie seit 2016

Hobbys:
Fußball 4 Jahre bis 9 Jahre
Handball seit 2016
Jugendfeuerwehr seit 2018
... und was Kinder in diesem Alter gerne noch so treiben ;))

Fazit: Linus ist ein bemerkenswertes Kind, welches viel lacht - mit dem ganzen Gesicht! Er hat sich im Lauf der Jahre mit viel, viel Zeit gut entwickelt und gibt gerne innerhalb der Familie den Ton an. Vieles musste er sich hart erkämpfen, auch heute noch. Vom Körperbau ist er zart

Was mich / uns im Zusammenhang mit der Frühgeburt am meisten angestrengt hat:
Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, eins meiner Kinder zu vernachlässigen. An mich habe ich überhaupt nicht gedacht. Mir ging es nicht gut, wenn ich in die Klinik gefahren bin, um mich um den Linus zu kümmern, da zu Hause die großen Geschwister auf mich gewartet haben, und mir ging es nicht gut, wenn ich die Klinik verlassen habe, um mich um die beiden Großen (die zu dem Zeitpunkt auch erst 4 und 5 Jahre alt waren) zu kümmern.

Was ich schon immer mal sagen wollte:
Trotz meiner beiden großen Kinder war ich sehr verunsichert, im Umgang mit Linus. Es war schon ein Unterschied zu einem „normal“ geborenen Kind. Daher war ich froh zu wissen, dass es da eine Gruppe gibt, die mir da wertvolle Tipps geben konnte und denen es auch genau so ging. Davon profitiert meine Familie heute noch und mittlerweile können wir unsere Erfahrungen an andere betroffene Eltern weitergeben.